Hermann Berie: Bergführer, der Menschen statt Gipfel sammelt
Sieben Worte, geschrieben von einem Mann, der am 22. Mai 2003 als Expeditionsbergführer über die tibetische Nordseite auf dem Gipfel des Mount Everest stand.
Hermann Berie, aufgewachsen in Heubach auf der Ostalb, seit vielen Jahren in Schaffhausen zu Hause, ist seit 2000 staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und gründete 2006 seine eigene Bergsportschule. Sein Büro hat keine Wände: Es liegt mal in den Schweizer Alpen, mal über einem norwegischen Fjord, auf den Lofoten, in Island, am Kilimandscharo oder in der Weite der Antarktis.
Gipfel sammelt er trotzdem nicht. Ihn interessieren die Menschen, die er hinaufbegleitet – ihre Ängste, ihre Grenzen und der Augenblick, in dem jemand mehr schafft, als er sich zugetraut hätte. Ein Bergführer muss Angst erkennen, bevor sie ausgesprochen wird, und manchmal muss er sagen: Wir drehen um. „Wer still wird, hört den Berg“, notierte Berie einmal. Ein langjähriger Weggefährte nannte den Gipfel bei ihm schlicht „Beigemüse“.
Ralph F. Wild kennt ihn seit drei Jahrzehnten. Sein Porträt steht ab Seite 64.







